Das Weltwirtschaftsforum in Davos war ein weiterer Beweis dafür, dass die Sicherheitsarchitektur der Welt aus den Angeln gehoben wurde. Donald Trumps "Board of Peace " - "Friedensrat" - soll alle großen Konflikte der Welt lösen, hat aber einen Eintrittspreis von einer Milliarde US-Dollar und besteht bis jetzt hauptsächlich aus autoritären Herrschern. Das "Gaza Executive Board", das ebenfalls an den Vereinigten Nationen vorbei gegründet wurde, hat eine ähnlich fragwürdige Besetzung. Gleichzeitig droht der Präsident der mächtigsten Nation der Erde seinen Verbündeten mit Sanktionen und sogar mit Invasion. Und erst vor wenigen Tagen schrieb Trump an die Regierung Norwegens, er fühle sich nicht länger verpflichtet, "ausschließlich an den Frieden zu denken", da man ihm den Friedensnobelpreis nicht verliehen habe.
Währenddessen gehen die Konflikte und Kriege weiter: im Sudan, in der Ukraine, im Kongo, und auch in Gaza sterben täglich Menschen durch Bomben und Elend. Währenddessen steigen die Rüstungsausgaben auf der gesamten Welt kontinuierlich und sogar die nukleare Nonproliferation ist gefährdet. Höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie Friedenspolitik im beginnenden 21. Jahrhundert aussehen kann und soll.
Dr. Maximilian Lakitsch beschäftigt sich mit Peacebuilding und Konflikten und forscht an der Universität Graz. Gemeinsam mit Moderator Philipp Blom stellen sie dar, wie radikal sich die Rahmenbedingungen für Friedenspolitik in den letzten Jahrzehnten verändert haben, wie gefährlich besonders Naivität sein kann und welche politischen und anderen Strategien Erfolg versprechen, um gefährliche Situationen zu entspannen und Vertrauen zu schaffen, sodass eine friedliche Zukunft möglich wird.
Die Radiosendung "Punkt Eins" fand am 26.01.2026 statt und ist online aufrufbar unter oe1.orf.at/programm/20260126/820031/Rahmenbedingungen-fuer-Frieden