Friedensforscher Univ.-Ass. Josef Mühlbauer der Universität Graz ordnet im Gespräch für das Radio FM4 des ORF die aktuellen geopolitischen, rechtlichen und historischen Dimensionen des US-geführten Krieges gegen Venezuela.
Die Radiosendung “FM4 Auf Laut” fand am 7.1.2026 um 19:00 live statt und ist als Podcast noch online. Radio FM4 - Podcast - ORF Sound
Zusammenfassende Einordnung vom Friedensforscher Josef Mühlbauer: Venezuela ist trotz politischer Krise weltweit bedeutend wegen seiner Rohstoffe: Das Land verfügt über etwa 303 Milliarden Barrel Öl – vor allem im Orinoco-Gürtel – und damit die größten bekannten Ölreserven der Welt, dazu kommen große Vorkommen an Gold, Bauxit und seltenen Erden, die für moderne Technologien entscheidend sind. Die jüngsten völkerrechtswidrigen US-Militäroperationen stehen nicht losgelöst da, sondern müssen im längeren historischen Kontext der neokolonialen und imperialen US-Politik in Lateinamerika gesehen werden. Jahrzehntelang hat die USA in der Region interveniert (z. B. Operation Condor, die „Banana Wars“ u. a.), oft mit dem erklärten Ziel, politische Kontrolle zu sichern und Zugang zu strategischen Ressourcen zu behalten. Diese historischen Muster prägen die Wahrnehmung aktueller Ereignisse und geopolitischer Interessen.