Im Modul "International Peacebuilding and Conflict Transition" lernen Sie, wann welche Art von Frieden möglich ist, welche Rolle lokale Gegebenheiten bei Konflikten spielen und warum diese manchmal durch externe Eingriffe verschärft werden. Zudem erfahren Sie, wie Sie zur Schaffung von Frieden beitragen können. Das Modul bereitet Sie darauf vor, in einem internationalen Kontext zu arbeiten, z.B. bei internationalen Organisationen und (I)NGOs.
Der Spezialisierungsschwerpunkt behandelt die Entstehung und Bearbeitung von Konflikten: auf lokaler, nationaler und transnationaler Ebene (von interfamilären bis zu internationalen Konflikten). Vermittelt werden Methoden zur Analyse von Konfliktursachen und Dynamiken (z.b. widerstreitende Interessen, strukturelle Ungleichheit, Ressentiments, Gruppenzuordnungen) ebenso wie ein interdisziplinäres Repertoire an Möglichkeiten zur adäquaten Intervention in einer Konfliktsituation, von rechtlichen über politische bis zu zivilgesellschaftlichen Instrumenten – im Kontext des jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Systems und der Rechtsordnung. Zu diesen Instrumenten gehören das Recht zum Schutz von Bevölkerungsgruppen und zur adäquaten Einbettung von in säkulare politische Gemeinschaften, Methoden der Konflikttransformation, der Prävention von Gewalt und Radikalisierung oder Maßnahmen der politischen Bildung. Sie dienen – komplementär zum Recht – der Bearbeitung von Konflikten in einer Demokratie.
Lehrangebote der Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Graz
Übersicht über alle Lehrveranstaltungen
Lehrveranstaltungen von Maximilian Lakitsch
Die Lehrveranstaltungen von Maximilian Lakitsch beschäftigen sich mit Frieden, Konflikten und internationalen Beziehungen. Sie verbinden theoretische Perspektiven mit aktuellen politischen und ökologischen Entwicklungen und laden dazu ein, etablierte Erklärungsansätze kritisch zu hinterfragen.
Vorlesung | 2 SSt. | 3 ECTS | Englisch
Wie kann Frieden nach bewaffneten Konflikten nachhaltig gestaltet werden? Die Vorlesung führt in zentrale Konzepte und Strategien des Peacebuilding ein. Im Mittelpunkt stehen die Rolle internationaler Akteur*innen, Erfahrungen aus der Praxis sowie die Frage, warum Friedensprozesse häufig fragil bleiben. Die Studierenden lernen, Peacebuilding-Maßnahmen in ihren politischen und theoretischen Zusammenhängen zu analysieren und kritisch zu reflektieren.
Vorlesung und Übung | 2 SSt. | 3 ECTS | Englisch
Gemeinsam mit Jürgen Pirker
Die Lehrveranstaltung vermittelt Grundlagen der Friedens- und Konfliktforschung. Sie untersucht, wie rechtliche, politische, soziale und kulturelle Bedingungen Konflikte prägen und welche Wege es gibt, mit Gewalt und Konflikten umzugehen. Dabei setzen sich die Studierenden mit Konfliktfaktoren wie Identität, Ethnie, Religion und Kapital sowie mit rechtlichen, politischen und zivilgesellschaftlichen Ansätzen der Konfliktbearbeitung auseinander.
Seminar | 2 SSt. | 5 ECTS | Englisch
Geopolitische Spannungen, bewaffnete Konflikte und ökologische Krisen stellen vertraute Vorstellungen von Frieden und Sicherheit infrage. Das Seminar beleuchtet aktuelle Entwicklungen vor einem breiteren historischen Hintergrund und diskutiert, wie Friedensstrategien auf eine zunehmend volatile Welt reagieren können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenhang zwischen Umweltschutz und internationalem Frieden sowie auf unterschiedlichen Traditionen politischen Denkens.
Sommersemester 2027
Kritische Theorien der Internationalen Beziehungen
Kurs | 2 SSt. | 5 ECTS | Englisch
Gemeinsam mit Juliana Krohn
Das Seminar stellt kritische Perspektiven auf die Internationalen Beziehungen vor und fragt, welche Aspekte internationaler Politik von klassischen Theorien oft übersehen oder vernachlässigt werden. Behandelt werden unter anderem feministische, dekoloniale und marxistische Ansätze sowie neuere Debatten zu Mensch-Tier-Natur-Beziehungen und zum Anthropozän. Die Studierenden lernen, zentrale Theorien und Konzepte kritisch einzuordnen und auf die gegenwärtige multipolare Welt zu beziehen.
Lehrveranstaltung von Josef Mühlbauer
Die Lehrveranstaltung von Josef Mühlbauer untersucht die strategische Autonomie der Europäischen Union in einer Zeit geopolitischer Umbrüche und wachsender internationaler Spannungen. Dabei verbindet sie rechts-, politik- und sozialwissenschaftliche Perspektiven und fragt, wie die EU ihre Handlungsspielräume in einer zunehmend multipolaren Welt sichern und gestalten kann.
Wintersemester 2026/27
Laws, Rights, and Community in a Diverse World (Strategische Autonomie Europas)
Vorlesung und Übung | 2 SSt. | 5 ECTS | Englisch
Was bedeutet strategische Autonomie für die Europäische Union – und welche politischen und rechtlichen Möglichkeiten stehen ihr zur Verfügung? Die Lehrveranstaltung ordnet das Konzept historisch und theoretisch ein und untersucht, wie es sich in verschiedenen Politikfeldern zeigt. Im Mittelpunkt stehen Sicherheit und Verteidigung, Handel sowie Ressourcen- und Technologiepolitik. Auch die Entwicklung der transatlantischen Beziehungen und die zunehmende Fragmentierung der internationalen Ordnung werden beleuchtet. Die Studierenden verknüpfen rechts- und politikwissenschaftliche Perspektiven und setzen sich mit den rechtlichen Grundlagen europäischen Handelns auseinander. An konkreten Beispielen wie Handelsrouten, kritischen Infrastrukturen und strategischen Technologien analysieren sie die Machtverhältnisse und geopolitischen Entwicklungen, die Europas Handlungsspielräume prägen.
Lehrveranstaltungen von Benedikt Harzl
Die Lehrveranstaltungen von Benedikt Harzl beleuchten das Zusammenspiel von Recht und Politik – von internationalen Friedensinterventionen über die Grundlagen des Völker- und Europarechts bis hin zu den politischen und rechtlichen Entwicklungen im postsowjetischen Raum.
Wintersemester 2026/27
The Law and Politics of International Intervention
Vorlesung | 2 SSt. | 3 ECTS | Englisch
Wann und unter welchen Bedingungen kann die internationale Gemeinschaft militärisch intervenieren? Die Vorlesung behandelt die völkerrechtlichen Grundlagen internationaler Interventionen, staatliche Souveränität und das Gewaltverbot. Außerdem stehen internationale Institutionen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen von Peacemaking, Peacekeeping und Peacebuilding im Mittelpunkt. Anhand historischer und aktueller Beispiele untersucht die Lehrveranstaltung den Wandel von der humanitären Intervention hin zu Konzepten wie der Schutzverantwortung (Responsibility to Protect, R2P) und dem Schutz der Zivilbevölkerung (Protection of Civilians, PoC). Die Studierenden setzen sich mit den rechtlichen, institutionellen und ethischen Spannungsfeldern auseinander, die entstehen, wenn Frieden mit militärischen Mitteln durchgesetzt werden soll.
Internationale Dimensionen des Rechts und Rechtsvergleichung
Vorlesung | 1 SSt. | 1,5 ECTS | Deutsch
Wie hängen nationales Recht, Völkerrecht und Europarecht zusammen? Die Vorlesung gibt eine Einführung in die verschiedenen Ebenen des Rechts und ihre Beziehungen zueinander. Behandelt werden die Grundlagen und Rechtsquellen des Völkerrechts, wichtige Rechtssubjekte sowie Grundzüge des Rechts der Europäischen Union und der Europäischen Menschenrechtskonvention. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Geltung und Anwendbarkeit des Völker- und Europarechts in der österreichischen Rechtsordnung. Ergänzend führt die Lehrveranstaltung in Methoden der Rechtsvergleichung und in die Grundlagen des Internationalen Privatrechts ein.
Law and Politics in the Post-Soviet Space
Seminar | 2 SSt. | 5 ECTS | Englisch
Das Seminar untersucht politische und rechtliche Entwicklungen in zwölf Nachfolgestaaten der Sowjetunion – von Russland, der Ukraine und Belarus über den Südkaukasus bis nach Zentralasien. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Staats- und Nationsbildung, Demokratisierung, Verfassungsentwicklung, Sicherheit, Konfliktmanagement und der Beziehungen zur Europäischen Union. Ein vergleichender Zugang macht Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Staaten sichtbar. Dabei wird auch untersucht, wie die gemeinsame kommunistische Vergangenheit und ihr Erbe die Entwicklungen der einzelnen Länder bis heute prägen. Die Teilnehmenden bereiten Themen auf, präsentieren sie und diskutieren sie gemeinsam auf Grundlage ausgewählter Fachliteratur.
Lehrveranstaltungen von Jürgen Pirker
Die Lehrveranstaltungen von Jürgen Pirker beschäftigen sich mit dem Zusammenspiel von Recht, Politik und gesellschaftlicher Vielfalt. Im Mittelpunkt stehen Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung im Südkaukasus sowie der Schutz nationaler Minderheiten und der Umgang mit ethnopolitischen Konflikten in Europa.
Sommersemester 2027
Recht und Konfliktlösung im Südkaukasus
Seminar | 2 SSt. | 5 ECTS | Englisch
Gemeinsam mit Benedikt Harzl und Ksenia Radchenkova
Die internationale Sommerschule „LAWCONRESC – Recht und Konfliktlösung im Südkaukasus“ wird gemeinsam von der Staatlichen Universität Jerewan und der Universität Graz organisiert. Das Intensivseminar untersucht Europäisierungsprozesse und Friedenskonsolidierung im postsowjetischen Raum, mit besonderem Fokus auf Armenien. Behandelt werden unter anderem internationales Recht, ethnische Konflikte, zivilgesellschaftliche Initiativen, Diversitätsmanagement und Regionalpolitik. Ergänzt wird das Programm durch Besuche bei Institutionen wie der EU-Überwachungsmission in Armenien, dem Europarat und dem armenischen Verfassungsgericht.
Laws, Rights, and Community in a Diverse World
Vorlesung und Übung | 2 SSt. | 3 ECTS | Englisch
Gemeinsam mit Benedikt Harzl
Wie können Recht und Politik dazu beitragen, Minderheiten zu schützen und Identitätskonflikte zu bearbeiten? Die Lehrveranstaltung widmet sich dem Schutz nationaler, ethnischer, sprachlicher und religiöser Minderheiten in Europa. Anhand aktueller Fallbeispiele und der Arbeit internationaler Überwachungsgremien untersuchen die Studierenden Konflikte und rechtliche Schutzinstrumente.
Im Zentrum stehen die Rahmenkonvention des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten und die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Die Lehrveranstaltung vermittelt Einblicke in die komplexen Zusammenhänge von Vielfalt, Identität und Konflikt und stärkt die Fähigkeit, lokale und internationale Konflikte rechtlich und politisch zu analysieren.